Benjamin Varon
Umschlag von The Burning Paths to the Future
Umschlaggemälde von Dr. Raymonda Varon

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Das zu seinem Gedenken erschienene Buch The Burning Paths to the Future (etwa: „Die brennenden Wege in die Zukunft“) versammelt ausgewählte Texte aus zwei früheren Büchern, Pfade (1999, 2000, 2001) und Kapitalismus – Antagonist der Menschheit (2004). Es enthält Varons bedeutendste und charakteristischste theoretische Schriften. Seine intellektuellen und philosophischen Einsichten stehen in der Tradition des bulgarischen und internationalen marxistischen Denkens. Mehr noch: Das Buch enthält Ideen, die das marxistische philosophische Denken an der Wende zum 21. Jahrhundert weitergeführt haben.

Das Buch bewahrt den Kern des geistigen Erbes, das Benjamin Varon hinterlassen hat: ein universaler Geist, Ökonom, Wissenschaftler und Philosoph, dessen scharfsinnige Artikel und Studien reich an glänzenden heuristischen Einsichten sind und Forschenden eine anregende Lektüre bieten.

Die Ausgabe entstand in Zusammenarbeit zwischen dem Verlag Zachari Stojanow und Raymonda Varon-Mateeva, der Tochter des bemerkenswerten Denkers. Die tiefgründige Botschaft des Buches wird auch künftigen Historikern und Philosophen Anregung sein.

Was über ihn geschrieben wurde

Ich habe für meine Ideen gekämpft, so gut ich konnte, erst unter dem Faschismus, dann unter dem Totalitarismus. Varon kämpft noch immer leidenschaftlich und mit ganzer Kraft für seine Ideen. Seine Fragen sind linken wie rechten Politikern gleichermaßen unbequem.Zeitung Sega, 1999

Varons Ideen sind radikal, doch die Klarheit und Einfachheit, mit der er sie formuliert, macht sie überaus eindrucksvoll, ja heuristisch.Juri Borissow, Zeitung Duma

Acht Jahre vor dem Prager Frühling schlug eine Gruppe mutiger Männer, die der sozialistischen Idee treu waren, die Alarmglocke der Wahrheit. Wie Babeuf, der als Erster auf die Irrwege der Französischen Revolution hinwies, legten sie einen Querschnitt durch die totalitäre Gesellschaft und blickten in die Zukunft. Auch wenn sie für ihren Mut einen hohen Preis zahlten, halfen sie den Klugen und den Aufrichtigen zu erwachen. Ihre Tat war nicht nur eine Heldentat, sie war eine Prophezeiung, ein verzweifelter Versuch, die Maschinerie des Staatssozialismus aufzuhalten. Leider zermalmte jene Maschinerie sie, doch ihre Worte konnte sie nicht vernichten. Sie leben bis heute fort und bezeugen eindringlich, dass die Wahrheit widerstandsfähiger ist als der Terror des Dogmas.Stefan Prodew

Über Benjamin Varon

Benjamin Varon (1924–2020) wurde im bulgarischen Plowdiw geboren. Noch minderjährig schloss er sich dem antifaschistischen Widerstand an, wurde verhaftet und zu 15 Jahren Haft verurteilt. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs studierte er Rechtswissenschaften und promovierte anschließend in Wirtschaftswissenschaften. 1952 weigerte er sich entschieden, seine Dissertation an Stalins Thesen aus der BroschüreÖkonomische Probleme des Sozialismus in der UdSSR anzupassen.

Infolgedessen wurde seine Verteidigung verschoben, und den Doktortitel erhielt er erst nach dem XX. Parteitag der KPdSU. Im März 1961, nach dem bekannten Brief an das Zentralkomitee der Bulgarischen Kommunistischen Partei, wurde er von seinem Lehrstuhl für Politische Ökonomie an der Wirtschaftshochschule in Swischtow entlassen und mit seiner Familie dauerhaft in ein abgelegenes Dorf im Nordosten Bulgariens interniert. Nach dem XXII. Parteitag der KPdSU durfte Varon nach Sofia zurückkehren, blieb jedoch von Lehre und Forschung ausgeschlossen. Rehabilitiert wurde er erst im Dezember 1989; der 43. Parteitag der Bulgarischen Sozialistischen Partei wählte ihn in den Obersten Rat der Partei.