Mit der Veröffentlichung von The Burning Paths to the Future von Benjamin Varon jährt sich zum 60. Mal der historische Brief, den Kufardschiews Gruppe der Sieben am 1. Juni 1960 verfasste.

Das zu seinem Gedenken erschienene Buch The Burning Paths to the Future versammelt ausgewählte Texte aus zwei früheren Büchern, Pfade (1999, 2000, 2001) und Kapitalismus – Antagonist der Menschheit (2004). Es enthält Varons bedeutendste und charakteristischste theoretische Schriften. Seine intellektuellen und philosophischen Einsichten stehen in der Tradition des bulgarischen und internationalen marxistischen Denkens.
Das Buch bewahrt den Kern des geistigen Erbes, das Benjamin Varon hinterlassen hat: ein universaler Geist, Ökonom, Wissenschaftler und Philosoph, dessen scharfsinnige Artikel und Studien reich an glänzenden heuristischen Einsichten sind.
Die Ausgabe entstand in Zusammenarbeit zwischen dem Verlag Zachari Stojanow und Raymonda Varon-Mateeva, der Tochter des bemerkenswerten Denkers.

In seinen eigenen Worten
„Ich habe tausend Gründe, die Brutalität des real existierenden Sozialismus zu verabscheuen, aber mir fällt kein einziger ein, der ein Gleichheitszeichen zwischen die Schurken, die Verzerrungen, die Verbrechen und den Sozialismus setzt.“
Benjamin Varon
„Ich habe für meine Ideen gekämpft, so gut ich konnte, erst unter dem Faschismus, dann unter dem Totalitarismus.“ Varon kämpft noch immer leidenschaftlich und mit ganzer Kraft für seine Ideen. Seine Fragen sind linken wie rechten Politikern gleichermaßen unbequem.
Zeitung Sega, 1999
Varons Ideen sind radikal, doch die Klarheit und Einfachheit, mit der er sie formuliert, macht sie überaus eindrucksvoll, ja heuristisch.
Juri Borissow, Zeitung Duma

Benjamin Varon (1924–2020) wurde im bulgarischen Plowdiw geboren. Noch minderjährig schloss er sich dem antifaschistischen Widerstand an, wurde verhaftet und zu 15 Jahren Haft verurteilt. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs studierte er Rechtswissenschaften und promovierte anschließend in Wirtschaftswissenschaften. 1952 weigerte er sich entschieden, seine Dissertation an Stalins Thesen anzupassen.
Im März 1961, nach dem Brief an das Zentralkomitee, wurde er von seinem Lehrstuhl für Politische Ökonomie an der Wirtschaftshochschule in Swischtow entlassen und mit seiner Familie dauerhaft in ein abgelegenes Dorf im Nordosten Bulgariens interniert. Rehabilitiert wurde er erst im Dezember 1989.
Der Brief vom 1. Juni 1960
„Acht Jahre vor dem Prager Frühling schlug eine Gruppe mutiger Männer, die der sozialistischen Idee treu waren, die Alarmglocke der Wahrheit. Auch wenn sie für ihren Mut einen hohen Preis zahlten, halfen sie den Klugen und den Aufrichtigen zu erwachen. Ihre Tat war nicht nur eine Heldentat, sie war eine Prophezeiung. Jene Maschinerie zermalmte sie, doch ihre Worte konnte sie nicht vernichten.“
Stefan Prodew


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